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Tödliche Unfallflucht bei Rohrbach: Nach dem Fund der Leiche des 54-Jährigen am Morgen des 18. Dezember im Straßengraben sind bereits 60 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, doch die entscheidende Spur zum Unfall-Laster oder zum Fahrer war noch nicht dabei. Auch die letzten Stunden im Leben des Opfers lassen sich nur schwer rekonstruieren. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Von Tobias Zell

Auch zwölf Tage nach dem tödlichen Unfall mit Fahrerflucht in den Morgenstunden des 18. Dezember bei Rohrbach gibt es keine heiße Spur zum Fahrzeug und zum Fahrer. Auch die letzten Stunden des Opfers, Martin Wittmann (54) aus dem Wolnzacher Ortsteil Eschelbach, haben sich noch nicht rekonstruieren lassen. Die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe arbeitet weiter mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls.  Die Aufrufe der Polizei haben inzwischen 60 Hinweise aus der Bevölkerung erbracht, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord heute auf Anfrage unserer Zeitung erklärte. Eine heiße Spur habe sich daraus allerdings nach wie vor nicht ableiten lassen. „Aber wir machen unsere Hausaufgaben“, betont der Polizeisprecher, ohne jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen Näheres zum Vorgehen der Ermittler preisgeben zu wollen.

Die Ermittler hoffen weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung, die entweder zum Unfall-Laster, dessen Marke und Typ inzwischen ja bekannt ist, führen oder auf die Spur des Fahrers helfen. Und auch Hinweise, die den Aufenthaltsort des Opfers in den Stunden vor dem Unfall aufhellen könnten, wären freilich hilfreich. Bekanntlich lässt sich der Todeszeitpunkt auch nach der Obduktion nicht genauer eingrenzen. Wer hat also Martin Wittmann noch lebend gesehen? Und wo?

Wie berichtet, wurde am Mittwoch, 18. Dezember, um 9.11 Uhr die Leiche des 54-jährigen Martin Wittmann von einem Zweiradfahrer im Graben neben der Staatsstraße bei Rohrbach, fast genau gegenüber der Abzweigung zum Straßhofweg, entdeckt. Der daraufhin verständigte Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Der Unfallverursacher war offensichtlich weitergefahren, ohne sich um das verletzte oder zu dem Zeitpunkt vielleicht auch schon tote Unfallopfer zu kümmern.

Fest steht inzwischen, dass das Unfallopfer keineswegs mitten auf der Straße unterwegs war. Nach den Erkenntnissen der Ermittler befand sich der Mann ganz rechts am Straßenrand, als er von dem Laster erfasst wurde. Die Polizei hat inzwischen auch herausgefunden, von welchem Typ das Todes-Fahrzeug ist, und auch Fotos von einem vergleichbaren Gefährt wurden veröffentlicht. Außerdem wurde ein Passfoto des Unfallopfers an die Öffentlichkeit gebracht.

Aufgrund der am Unfallort sichergestellten Fahrzeugteile konnten die Ermittler ziemlich schnell mit Gewissheit sagen, von welcher Art Fahrzeug Martin Wittmann erfasst und getötet wurde. Es handelt es sich demnach um einen weißen Lkw oder Klein-Lkw der Firma MAN, Typenbezeichnung TGL oder TGM, der in Gewichtsklassen von 3,5 bis 12 Tonnen mit variablen Aufbauten (Plane oder Kipper) hergestellt wird. Das Unfallfahrzeug muss durch den Unfall auf der rechten Seite am vertikalen Windabweiser und am rechten unteren Außenspiegel beschädigt worden sein, so die Polizei. Man weiß auch, dass das Opfer von dem rechten Außenspiegel des Fahrzeugs am Kopf erwischt worden ist. Fahrzeugteile am Tatort sowie das Verletzungsbild belegen das.

Die Leiche von Martin Wittmann wurde im Straßengraben, ziemlich genau gegenüber der Abzweigung zum Straßhofweg, entdeckt. 

Unklar muss dagegen der Todeszeitpunkt bleiben. Bei der Obduktion konnte er nicht nennenswert eingegrenzt werden. Und auch weitere Untersuchungen bringen da laut Polizei keine genaueren Erkenntnisse mehr,  was die Ermittlungen freilich erschwert. Es bleibt vorerst bei der vagen Erkenntnis, dass der Tote womöglich schon mehrere Stunden neben der Straße lag, als er von dem Rollerfahrer entdeckt wurde. Zur weiteren Aufhellung des Todeszeitraums hoffen die Ermittler auf Hinweise von Zeugen, die das Opfer noch lebend gesehen haben.

Die Rekonstruktion der letzten Stunden im Leben des Opfers gestalten sich schwierig. Wie es heißt, war Martin Wittmann eher ein Einzelgänger, pflegte wenig Kontakte und Beziehungen. Auch deshalb sind Erkenntnisse darüber schwer zu gewinnen, warum er zu Fuß an der Staatsstraße unterwegs war, wohin der Mann wollte und woher er kam.

Klar ist die Todesursache. Die bei der Obduktion festgestellen Verletzungen des Getöteten sowie die weitere Spurenlage bestätigten, dass es sich um einen Unfall handelte. Es gebe keine Anhaltspunkte , die auf eine andere Todesursache hinweisen, teilte die Polizei am Tag nach dem Fund der Leiche mit. Seither steht zweifelsfrei fest: Der 54-Jährige wurde totgefahren.

Hier war der 54-Jährige – zu Fuß am Straßenrand und in Fahrtrichtung – unterwegs, als er von dem Lkw erfasst wurde und starb.

Die Ermittler wissen auch, dass das Opfer keineswegs mitten auf der Straße ging, als es von dem Laster tödlich verletzt wurde. Martin Wittmann ist am rechten Straßenrand erfasst worden, wie inzwischen feststeht. Damit spielt es auch keine entscheidende Rolle, ob der 54-Jährige betrunken war oder unter Drogeneinfluss stand. Sein eigenes Verschulden dürfte der Unfall nicht gewesen sein. Ungeachtet dessen liegt das Ergebnis der Blutuntersuchung auch noch nicht vor.

Doch, wie gesagt, das tut nichts zur Sache, denn Martin Wittmann befand sich nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen ganz rechts am Straßenrand, als er Opfer des tödlichen Unfalls wurde. Er war zu Fuß in Fahrtrichtung, unterwegs – weshalb das Fahrzeug, das ihn erfasste, von hinten kam und er wohl auch nicht mehr die geringste Chance hatte, auszuweichen.

Bei der Kripo Ingolstadt wurde unter Einbindung der Verkehrspolizei Ingolstadt, der Inspektion Pfaffenhofen und der Inspektion Geisenfeld die Ermittlungsgruppe „Straßhof“ errichtet. Die bittet auch weiterhin um die Mithilfe der Bevölkerung und hat nach den gewonnenen Erkenntnissen über das Unfallgefährt insbesondere folgende Fragen: Wo wurde ein wie oben beschrieben beschädigtes MAN-Fahrzeug gesehen? Wo wurde ein derartiges Fahrzeug repariert oder zur Reparatur in Auftrag gegeben? Wo wurden Ersatzteile (vertikaler Windabweiser, rechter unterer Außenspiegel) bestellt? Von Bedeutung sind auch weiterhin Hinweise über die letzten Stunden des Opfers. Wer hat den Mann noch gesehen? Wo hielt er sich auf? Wo wollte er hin? Wer hatte Kontakt zu ihm? Hinweise werden an die Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt unter der Telefonnummer (08 41) 93 43 –0 erbeten.

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